08/28/2026

Wesentliche Inhalte

Der Rat sieht den strategischen Rahmen als zentrales Instrument für die Vollendung des Europäischen Bildungsraums. Er soll eng mit anderen EU-Initiativen, insbesondere der Union der Kompetenzen, verzahnt werden. Trotz deutlicher Fortschritte sieht der Rat weiterhin Handlungsbedarf. Deshalb sollen die bisherigen Prioritäten überprüft und an neue Herausforderungen angepasst werden.

Für den Zeitraum 2026 bis 2030 legt der Rat sechs strategische Prioritäten fest:

  1. Lese- und Schreibkompetenzen, Mathematik und Naturwissenschaften für alle,
  2. digitale Kompetenzen und politische Bildung entwickeln,
  3. lebenslanges Lernen und Mobilität für alle verwirklichen,
  4. Attraktivität, Kompetenzen und Motivation in Berufen im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung verbessern,
  5. exzellente und attraktive berufliche Aus- und Weiterbildung fördern,
  6. wettbewerbsfähige europäische Hochschulbildung fördern.

Darüber hinaus haben die Mitgliedstaaten gemeinsame EU-Zielvorgaben bis 2030 vereinbart. Die Zielvorgaben sollen Fortschritte messbar machen, den Vergleich von Entwicklungen ermöglichen und die bildungspolitische Zusammenarbeit auf eine belastbare Datengrundlage stellen. Sie gelten als gemeinsame europäische Referenzwerte und nicht als verbindliche nationale Zielvorgaben. Neu sind u. a. ein Zielwert für Bildungserfolge von Lernenden aus benachteiligten sozioökonomischen Verhältnissen (mindestens 25 % mit guten Leistungen) sowie ein Ziel für Spitzenleistungen (mindestens 12 % der 15-Jährigen). Darüber hinaus verschärft der Rat bestehende Vorgaben: Der Anteil der frühen Schul- und Ausbildungsabgängerinnen und -abgänger soll auf unter 8 % sinken. Der Anteil der 25- bis 34-Jährigen mit tertiärem Bildungsabschluss soll auf mindestens 47 % steigen.

Bewertung

Es ist richtig, die europäische Bildungszusammenarbeit stärker auf Fachkräftesicherung und Wettbewerbsfähigkeit auszurichten. Bildungspolitische Zusammenarbeit auf europäischer Ebene kann dort Mehrwert schaffen, wo sie Transparenz erhöht, Mobilität erleichtert, gegenseitiges Lernen ermöglicht und innovative Ansätze verbreitet. Für die Wettbewerbsfähigkeit Europas sind leistungsfähige Berufsbildungssysteme, eine hohe Ausbildungsqualität und attraktive Bildungswege von zentraler Bedeutung. Positiv ist daher insbesondere, dass die Förderung exzellenter und attraktiver beruflicher Aus- und Weiterbildung als eigenständige strategische Priorität hervorgehoben wird.

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