07/30/2026
Der Supreme Court hatte im Februar jene Zölle für ungültig erklärt, die Trump auf Basis des Notstandsgesetzes International Emergency Economic Powers Act verhängt hatte. Die Einnahmen muss die Regierung nun zurückzahlen. Trump griff daraufhin zu einer bis dahin ungenutzten Klausel des Trade Acts von 1974 und verhängte Zusatzzölle von zehn Prozent. Diese laufen am 24. Juli aus.
Zollvorteil der EU gegenüber China halbiert
Noch bis zum Supreme-Court-Urteil war die EU im Vorteil: Mit einem effektiven Zollsatz von rund 7,7 Prozent stand sie besser da als viele andere US-Handelspartner, wie IW-Berechnungen zeigen. Das lag auch an dem US-EU-Deal und der vereinbarten Zollobergrenze von 15 Prozent. Die Kehrseite: Nach dem Urteil blieb das Zollniveau für die EU jedoch weitgehend unverändert, während es für zahlreiche Länder sank.
Vor allem Peking profitierte: Für China stürzte der effektive US-Zollsatz von 35,5 auf 21,5 Prozent, ein Minus von 14 Prozentpunkten. Europas effektiver Zollvorteil gegenüber China hat sich also von rund 28 auf knapp 14 Prozentpunkte halbiert.
Worauf es für die EU jetzt ankommt
Wenn die vorübergehenden Zölle am Freitag wegfallen, wird die US-Regierung schnell für Ersatz sorgen. Mit Verweis auf angebliche Zwangsarbeit und Überkapazitäten will Washington einmal mehr zusätzliche Zölle auf Handelsimporte verhängen. Treffen könnte das vor allem China – etwa mit Blick auf die Menschenrechtssituation in der Provinz Xinjiang und den hohen Exportüberschuss des Landes.
Für die EU sind vor allem zwei Dinge wichtig: Straft Trump China erneut mit deutlich höheren Zöllen ab, so dass unser Zollvorteil gegenüber chinesischen Waren wieder greift? Und hält die vereinbarte Zollobergrenze aus dem US-EU-Deal? Bei Trump bleiben da zumindest Zweifel. Die US-Handelspolitik bleibt vor allem eines: unberechenbar.