05/07/2026

Der MINT-Frühjahrsreport 2026 zeigt deutlich: Der Fachkräftemangel in MINT-Berufen bleibt ein strukturelles Risiko für Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Transformation in Deutschland – auch bei konjunktureller Abschwächung.

Die wichtigsten Ergebnisse in Kürze:

1. Der MINT-Fachkräftemangel bleibt auf hohem Niveau

Rund 134.000 MINT-Stellen sind bundesweit unbesetzt. Besonders betroffen sind Ingenieurberufe (Energie/Elektro, Maschinenbau), IT, Bau- und Metallberufe. Gegenüber dem Vorjahr ist die Lücke in den Energie- und Elektroberufen sowie in den Berufen der Maschinen-und Fahrzeugtechnik zurückgegangen. Dagegen hat sie sich in den Berufen der Metallverarbeitung und in den Bauberufen erhöht. Der Mangel betrifft alle Qualifikationsgruppen, Facharbeiter aber besonders (77.000 unbesetzte Stellen).

2. Die Demografie verschärft den Engpass

Jährlich scheiden ca. 65.000 MINT-Akademiker altersbedingt aus. In fünf Jahren steigt der Ersatzbedarf auf über 70.000 Akademiker und rund 295.000 Facharbeiter pro Jahr.

3. Der Nachwuchs reicht nicht aus

Bei MINT-Studienanfänger ist ein Rückgang von 198.000 (2016) auf unter 180.000 (2023) zu verzeichnen. Deutsche Studienanfänger sind besonders stark betroffen (–23 %). Verschiedene Studien belegen: Die MINT-Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern sinken.

4. Es gibt positive Entwicklungen, aber keine Trendwende

Seit 2012 gibt es mehr Frauen (+35,7 %), Ältere (Anteil von 15 % auf 23 % gestiegen) und internationale Fachkräfte (+90 %) in MINT-Berufen. Diese Effekte reichen aber nicht aus, um den strukturellen Mangel auszugleichen.

Handlungsempfehlungen:

  • MINT-Basis konsequent absichern
  • Digitalisierung voranbringen
  • Fokus MINT-Unterricht stärken
  • Lehrkräftemangel entgegenwirken
  • Potenziale von Frauen, Älteren und Zugewanderten / Zuwanderern aktivieren bzw. besser heben
VOILA_REP_ID=C12584EA:004A36F5