Die Bundesregierung hat am 27. Oktober ihre Herbstprojektion vorgestellt.

Für 2021 wird ein Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,6 % erwartet. Im April wurde noch mit einem deutlich höheren Zuwachs von 3,5 % gerechnet. Für das kommende Jahr wird ein Wirtschaftswachstum von 4,1 % und für 2023 von 1,6 % erwartet. Die Prognose der Herbstprojektion lässt sich somit am unteren Rand des Prognosespektrums der Wirtschaftsforschungsinstitute einordnen.

Bedingt durch Lieferengpässe und hohe Energiepreise verlangsamt sich der Aufschwung der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr im Vergleich zur Frühjahrsprojektion. Der knappe Prozentpunkt, der in der Frühjahrsprojektion für das BIP-Wachstum noch zusätzlich erwartet wurde, sei laut Bundesminister Altmaier jedoch nicht verloren. Das Wirtschaftswachstum verlagere sich stattdessen in das kommende Jahr 2022.

Voraussetzung dafür sei die Normalisierung der Rohstoffknappheit und die erfolgreiche Stärkung der Produktion von Halbleitern in Deutschland. Abzuwarten sei jedoch, wie schnell und in welchem Umfang die Hersteller die Produktion umsetzen können. In der Halbleiterproduktion, der Batteriezellproduktion wie auch der Etablierung von grünem Wasserstoff würden Arbeitsplätze der Zukunft geschaffen.

Die steigenden Energiepreise und mit diesen die gesamte Inflation soll sich bereits Anfang 2022 normalisieren. Diese Annahme der Bundesregierung scheint jedoch reichlich optimistisch, die Energiepreise befinden sich derzeit auf historischem Hoch. Die Inflation soll 3,0 % in 2021 und 2,2 % in 2022 betragen. Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer sollen in 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 %, in 2022 um 3,4 % steigen.

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